Training Module
HashiCorp Vault – Secrets Management Grundlagen
In diesem 2-Stunden-Modul löst ihr das Problem, das die meisten Teams kennen:
Passwörter, API-Keys und Zertifikate liegen in Klartext-Dateien, Umgebungsvariablen
oder Base64-kodierten Kubernetes-Secrets – nichts davon ist verschlüsselt, versioniert
oder nachvollziehbar. Ihr startet einen echten Vault-Server im Dev-Mode und lernt die
Kernkonzepte Sealed/Unsealed, Storage Backend und die
KV-Engine v2 kennen, schreibt und versioniert Secrets, richtet mit
Policies und AppRole-Auth einen geltungsbereichsbeschränkten
Maschinen-Zugriff ein und prüft live, dass ein zu weit gefasster Zugriff tatsächlich
abgewiesen wird. Ein Konzeptblock ordnet Vault gegenüber Kubernetes-nativen Secrets
(Base64, keine Verschlüsselung) ein und zeigt den Vault Agent Injector bzw. den
External Secrets Operator als Brücke – ohne dass in dieser Session selbst etwas gegen
Kubernetes deployt wird. Zum Abschluss aktiviert ihr das Audit-Log und lest eine echte
Log-Zeile. Die komplette Session läuft ausschließlich über
vault server -dev auf eurem eigenen Rechner: kein Cloud-Account, kein
Cloud-KMS und kein produktives Storage-Backend – das ist bewusst außerhalb dieses
Trainings (siehe Abgrenzung unten).
Format
2 Stunden, live (remote oder vor Ort), Input & Hands-on
Teilnehmende
DevOps-/Platform-Engineers, die Secrets aktuell in Klartext oder Base64 verwalten und zentrales Secrets Management kennenlernen wollen
Voraussetzungen
Linux-CLI-Grundkenntnisse, kein Vault-Vorwissen nötig. Kein eigener Cloud-Account nötig – die gesamte Session läuft über vault server -dev auf dem eigenen Rechner.
Warum dieses Training für deine Organisation wirkt
Rotation ohne Klartext-Chaos
Teilnehmende schreiben ein Secret, überschreiben es und lesen anschließend gezielt die alte und die neue Version zurück – die KV-Engine v2 versioniert automatisch, ohne dass irgendwo eine manuelle Backup-Kopie in Klartext liegen muss.
Geltungsbereich statt Alles-oder-Nichts
Statt einem Dienst einen Root-Zugriff zu geben, bauen Teilnehmende mit Policy und
AppRole-Auth einen Token, der ausschließlich den eigenen Pfad lesen darf
– und sehen live den 403 permission denied, wenn dieser Token einen
anderen Pfad oder einen Schreibzugriff versucht.
Jede Aktion nachvollziehbar
Mit aktiviertem Audit-Log landet jeder Zugriff als JSON-Zeile mit request.path
und Operation im Log – Teilnehmende lesen die eigene, gerade ausgeführte Aktion direkt
aus einer echten Log-Zeile heraus.
Was Teilnehmende mitnehmen
- Vaults Kernkonzepte einordnen: Sealed/Unsealed, Storage Backend, KV-Engine v2 – und warum Dev-Mode dafür reicht, ohne produktiven Storage-Backend-Betrieb zu behandeln.
- Einen Vault-Server mit
vault server -devstarten und den Server-Zustand übervault statuslesen. - Secrets in der KV-Engine v2 schreiben, lesen und gezielt eine ältere Version zurückholen (
vault kv get -version=1). - Eine Policy als HCL-Datei schreiben und mit
vault policy writehochladen. - AppRole-Auth aktivieren, eine Role anlegen und daraus
role_id/secret_iderzeugen. - Sich über AppRole einloggen und live prüfen, dass der entstandene Token nur genau den freigegebenen Pfad lesen darf – jeder andere Zugriff wird abgewiesen.
- Kubernetes-native Secrets (Base64, keine Verschlüsselung) gegen Vault als zentralen Secrets-Speicher einordnen, inklusive Vault Agent Injector/External Secrets Operator als Brücke – als Konzept, ohne eigenen Kubernetes-Hands-on-Block.
- Das Audit-Log aktivieren und eine reale Log-Zeile mit
request.pathlesen.
Für wen dieses Modul ideal ist
- • DevOps-/Platform-Engineers, die Secrets aktuell in Klartext-Dateien, Umgebungsvariablen oder Base64-kodierten Kubernetes-Secrets verwalten
- • Teams, die vor der Einführung eines zentralen Secrets-Speichers stehen und erst die Kernkonzepte verstehen wollen, bevor sie produktiv einsteigen
- • Alle mit Linux-CLI-Grundkenntnissen, die kein Vault-Vorwissen mitbringen müssen
Rahmendaten
- • Dauer: 2 Stunden live (remote oder vor Ort)
- • Format: Input, Live-Demo, Hands-on-Übungen entlang der Vault-CLI
- • Voraussetzungen: Linux-CLI-Grundkenntnisse, kein Vault-Vorwissen, kein eigener Cloud-Account nötig
Modulaufbau & Agenda
Warum Secrets Management, Vault-Kernkonzepte (20 min): Sealed/Unsealed, Storage Backend und KV-Engine v2 im Überblick. Hands-on:
vault server -devstarten und den Serverzustand übervault statuslesen.KV-Engine v2 Hands-on (30 min): Ein Secret schreiben, lesen, überschreiben – und anschließend gezielt die alte Version neben der aktuellen abrufen. Zeigt Vaults eingebaute Versionierung an einem echten Beispiel.
Policies & AppRole-Auth (30 min): Eine Policy-Datei schreiben und hochladen, AppRole-Auth aktivieren, eine Role mit
role_id/secret_idanlegen, einloggen und live prüfen, dass der entstandene Token nur den freigegebenen Pfad lesen darf.Konzept-Block, kein Hands-on (20 min): Kubernetes-native Secrets (Base64) gegenüber Vault als zentralem Secrets-Speicher einordnen, inklusive Vault Agent Injector und External Secrets Operator als Brücke zu Kubernetes.
Audit-Log (20 min): Audit-Device aktivieren, eine vorherige Aktion wiederholen und die entstandene Log-Zeile gemeinsam lesen.
Hands-on Inhalte (Auszug)
Vault-Kernkonzepte & Setup
- Sealed/Unsealed und Storage Backend als Konzepte
vault server -devlokal starten, kein Cloud-Account nötigvault statuslesen (u. a.Sealed: false)
KV-Engine v2 & Versionierung
vault kv put secret/app/db password=…vault kv get secret/app/dbliefert immer die aktuelle Versionvault kv get -version=1 secret/app/dbholt gezielt eine ältere Version zurück
Policies & AppRole-Auth
- Policy-Datei mit
capabilities = [“read”]auf genau einen Pfad vault auth enable approle, Role mittoken_policies- Login mit
role_id/secret_id→ geltungsbereichsbeschränkter Token
Audit-Log
vault audit enable file file_path=…- Eine vorherige Aktion wiederholen
- Log-Zeile mit
request.pathund Operation gemeinsam lesen
Abgrenzung zum Modul “Kubernetes Security Vertiefung”: Dieses Training behandelt bewusst kein Kubernetes-Deployment (kein Vault Agent Injector- oder External-Secrets-Operator-Hands-on gegen einen echten Cluster), kein Cloud-KMS und kein produktives Storage-Backend – ausschließlich der lokale Dev-Mode. Wer Kubernetes-seitige Secrets-Encryption-at-Rest gegen etcd vertiefen will, findet das im Aufbaumodul Kubernetes Security Vertiefung — Pod Security Admission & Secrets-Härtung.
Dieses Modul ist Teil unserer Pilotphase. Gemeinsam mit euch definieren wir passende Metriken (z. B. Zeit bis zum ersten funktionierenden Stack, Ergebnis der Hands-on-Übung) und werten sie im Anschluss transparent aus. Ergebnisse veröffentlichen wir, sobald sie belastbar sind.
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