Training Module
Kubernetes Hochverfügbarkeit — Multi-Master Control-Plane
In diesem 120-Minuten-Modul baut ihr die Topologie, die euch das Modul
“Kubernetes Administration” bislang nur als Konzept vermittelt hat,
zum ersten Mal tatsächlich selbst. Ihr startet mit der
Frage, die jede Single-Node-Control-Plane offen lässt: Was passiert
mit euren Worker-Nodes, wenn der einzige API-Server oder das einzige
etcd ausfällt – laufende Workloads bleiben zunächst am
Leben, aber niemand kann mehr etwas Neues anlegen, skalieren oder
reparieren, bis die Control-Plane zurück ist. Danach ordnet ihr
Stacked gegen External etcd konzeptionell
ein: weniger Nodes gegen entkoppelte Ausfälle. Den größten Unterschied
zu allen bisherigen Modulen dieses Repos macht das Werkzeug: Statt
Minikube baut ihr euren Cluster mit kind
(Kubernetes-in-Docker) auf – jeder Node ist ein eigener
Docker-Container, keine verschachtelte Virtualisierung nötig, und mit
drei control-plane-Rollen in der Cluster-Config bekommt
ihr einen echten Multi-Control-Plane-Cluster inklusive
eines automatisch erzeugten HAProxy-Loadbalancers vor
den drei API-Servern – etwas, das Minikube in keiner Konfiguration
leisten kann. Im zweiten Hands-on-Block wird es konkret: Ihr beobachtet
das etcd-Raft-Quorum live mit
etcdctl member list, stoppt gezielt einen
Control-Plane-Container und weist nach, dass der Cluster bei 2 von 3
Membern weiterhin schreibfähig bleibt – stoppt ihr einen zweiten, seht
ihr am eigenen Cluster, wie jede Schreiboperation blockiert, sobald das
Quorum kippt. Danach ordnet ihr das Load-Balancer-Konzept vor mehreren
API-Server-Instanzen allgemein ein, losgelöst von der
kind-spezifischen HAProxy-Lösung und ohne Cloud-LB-Spezifika. Zum
Abschluss ein bewusster Ausblick ohne eigenes Hands-on: die
Verteilung der Worker-Nodes über Failure-Domains. Voraussetzung ist
das Modul “Kubernetes Administration” – dessen
High-Availability-Block wird hier vorausgesetzt und zum ersten Mal in
die Praxis überführt. Die Session läuft weiterhin vollständig lokal,
ohne Cloud-Account und ohne Kostenwirkung – mit etwas höherem
Ressourcenbedarf als die bisherigen Single-Node-Module, weil drei
Control-Plane-Container gleichzeitig laufen.
Format
120 Minuten, live (remote oder vor Ort), Input & Hands-on
Teilnehmende
Ops/Admins, die eine Multi-Control-Plane-Topologie einmal selbst aufgebaut und ein Quorum-Verhalten am eigenen Cluster gesehen haben wollen
Voraussetzungen
Abgeschlossenes Modul “Kubernetes Administration” (High-Availability-Konzeptblock) oder gleichwertige Vorkenntnisse, lauffähige lokale Docker-Umgebung für kind – etwas höherer Ressourcenbedarf als bei den Single-Node-Modulen, weil drei Control-Plane-Container parallel laufen
Warum dieses Training für deine Organisation wirkt
Aus dem Konzept wird ein echter Cluster
“Kubernetes Administration” vermittelt Control-Plane-HA und etcd-Raft-Quorum als Frontalteil – ehrlich begründet, weil eine Single-Node-Sandbox keine echte Topologie hergibt. Dieses Modul schließt genau diese Lücke: derselbe Stoff, diesmal als eigener Cluster in euren Händen.
Quorum ist kein Diagramm mehr, sondern ein Befehl
Wer nur gehört hat, dass etcd bei 2 von 3 Membern noch schreibfähig ist, glaubt es. Wer einen Container selbst stoppt und die Schreiboperation live blockieren sieht, sobald das Quorum kippt, versteht es – und trifft im Ernstfall die richtige Entscheidung unter Zeitdruck.
Werkzeugwechsel mit Grund, nicht mit Geschmack
kind statt Minikube ist keine Stilfrage: Nur mit
eigenen Node-Containern pro Rolle entsteht ein echter
Multi-Control-Plane-Cluster samt automatischem
HAProxy-Loadbalancer – etwas, das eine Minikube-Instanz
grundsätzlich nicht abbilden kann.
Was Teilnehmende mitnehmen
- Herleiten, warum eine Ein-Node-Control-Plane ein Single Point of Failure ist – und was für Worker-Nodes im Ausfall konkret noch geht und was nicht.
- Stacked etcd gegen External etcd als Topologie-Trade-off einordnen: weniger Nodes gegen entkoppelte Control-Plane-/etcd-Ausfälle.
- Mit
kind create clusteraus einer Mehrknoten-Config einen echten Multi-Control-Plane-Cluster (3 Control-Plane-Nodes + Worker) aufbauen, inklusive des automatisch erzeugten HAProxy-Loadbalancers vor den API-Servern. - Das etcd-Raft-Quorum mit
etcdctl member listlive an echten Membern nachvollziehen, statt es nur aus einem Diagramm zu kennen. - Einen Control-Plane-Node gezielt stoppen, die fortbestehende Schreibfähigkeit bei 2 von 3 Membern nachweisen und am eigenen Cluster erleben, wie Schreiboperationen bei Verlust des Quorums (1 von 3) blockieren.
- Das Load-Balancer-Konzept vor mehreren API-Server-Instanzen allgemein einordnen, losgelöst von der kind-eigenen HAProxy-Lösung und ohne Cloud-Anbieter-Spezifika.
- Die Verteilung von Worker-Nodes über Failure-Domains als Ausblick benennen – bewusst ohne eigenes Hands-on, weil Container auf demselben Docker-Host keine echten physischen Failure-Domains abbilden.
Für wen dieses Modul ideal ist
- • Ops/Admins mit abgeschlossenem Modul “Kubernetes Administration” oder gleichwertigen Vorkenntnissen
- • Alle, die eine produktive Multi-Control-Plane-Topologie planen oder betreiben sollen, aber noch nie eine echte selbst aufgebaut haben
- • Teams, die vor dem nächsten Vorfall wissen wollen, ab wann ein etcd-Quorum tatsächlich kippt – nicht nur, dass es das theoretisch tut
Rahmendaten
- • Dauer: 120 Minuten live (remote oder vor Ort)
- • Format: Input, Live-Demo, zwei aufeinander aufbauende Hands-on-Übungen (Cluster-Aufbau, Quorum-Verhalten), Load-Balancer-Konzept und Failure-Domain-Ausblick als reine Konzeptteile
- • Voraussetzungen: abgeschlossenes Modul “Kubernetes Administration”, lauffähige lokale Docker-Umgebung für
kind, keine Cloud-Kostenwirkung
Modulaufbau & Agenda
Warum HA — Single Point of Failure der Control-Plane (10 min): was ein Ausfall von API-Server oder etcd für Worker-Nodes bedeutet (Workloads laufen weiter) gegenüber der Administration (keine Zustandsänderung mehr möglich).
Stacked vs. External etcd (10 min): die zwei etablierten kubeadm-Topologien als konzeptioneller Trade-off zwischen Node-Zahl und entkoppelten Ausfällen.
Hands-on 1: Multi-Control-Plane-Cluster mit kind aufsetzen (30 min, Hands-on): aus einer Cluster-Config mit drei
control-plane-Rollen und einem Worker einen echten Cluster erzeugen, den automatisch erzeugten HAProxy-Loadbalancer vor den API-Servern identifizieren.Hands-on 2: etcd-Raft-Quorum live beobachten (40 min, Hands-on): mit
etcdctl member listalle drei Member sehen, einen Control-Plane-Node stoppen und Schreibfähigkeit bei 2 von 3 Membern nachweisen, einen zweiten Node stoppen und den Schreibblock bei Quorum-Verlust demonstrieren.Load-Balancer-Konzept vor mehreren API-Servern (10 min): allgemeine Einordnung jenseits der kind-eigenen HAProxy-Lösung, bewusst ohne Cloud-Anbieter-Spezifika.
Failure-Domain-Verteilung der Worker als Ausblick, ohne eigenes Hands-on (10 min): Topology Spread Constraints als Konzept – analog zur Abgrenzungslogik aus “Kubernetes Administration”, weil Container auf demselben Docker-Host keine echten Failure-Domains abbilden.
Puffer/Q&A (10 min): offene Fragen, individuelle Vertiefung je nach Ziel-Topologie der Teilnehmenden.
Dieses Modul setzt das Vertiefungsmodul Kubernetes Administration — RBAC, Node-Betrieb und Cluster-Netzwerk voraus – und zwar konkret dessen High-Availability-Block: Was dort als Konzept eingeführt wurde (Control-Plane-HA, etcd-Raft-Quorum), baut ihr hier zum ersten Mal tatsächlich selbst auf und beobachtet das Quorum-Verhalten live. Wer diesen Hintergrund noch nicht hat, sollte zuerst dieses Modul buchen.
Wer stattdessen den Datenverlust-Fall vertiefen will –
ein etcd-Backup per etcdctl snapshot save erstellen
und einen gelöschten Namespace daraus wiederherstellen – findet
das im Schwestermodul
Kubernetes Cluster-Recovery — etcd Backup & Restore.
Beide Module behandeln Control-Plane-Resilienz aus
unterschiedlichem Blickwinkel: Dieses Modul hier vertieft die
Topologie-Verfügbarkeit (mehrere Control-Plane-Nodes,
Quorum bei laufendem Cluster), das Schwestermodul die
Datenwiederherstellung (Snapshot/Restore nach
Datenverlust) – keines setzt das andere voraus.
Wer beide Module – dieses hier UND das Schwestermodul
Cluster-Recovery – bereits abgeschlossen hat und wissen will,
wie sich ein produktiver Cluster mit mehreren
etcd-Membern koordiniert wiederherstellen lässt, findet das im
Aufbaumodul
Kubernetes Multi-Master Disaster Recovery — Koordinierte etcd-Wiederherstellung.
Es setzt beide Module gleichzeitig voraus und
schließt genau die Lücke, die dieses Modul hier bewusst offen
lässt: koordiniertes Restore über mehrere etcd-Member hinweg,
mit neuem Cluster-Token und konsistenten
–initial-cluster-Flags.
Hands-on Inhalte (Auszug)
Multi-Control-Plane-Cluster aufsetzen
- Eine
kind-Cluster-Config mit dreicontrol-plane-Rollen und einemworkerschreiben und mitkind create cluster –configanwenden - Mit
docker psdie vier Node-Container und den automatisch erzeugten HAProxy-Loadbalancer-Container identifizieren
Quorum live sehen
- Mit
kubectl execin einen etcd-static-Pod wechseln und mitetcdctl member list -w tablealle drei Member bestätigen - Die Erwartung vorher laut aussprechen, bevor der erste Node gestoppt wird
2 von 3: noch schreibfähig
- Einen Control-Plane-Container mit
docker stopanhalten - Mit
kubectl create configmaplive nachweisen, dass der Cluster bei 2 von 3 Membern weiterhin schreibfähig bleibt
1 von 3: Quorum verloren
- Einen zweiten Control-Plane-Container stoppen und den nächsten Schreibversuch live blockieren sehen
- Beide Container mit
docker startzurückholen und das Quorum wiederhergestellt verifizieren
Dieses Modul ist Teil unserer Pilotphase. Gemeinsam mit euch definieren wir passende Metriken (z. B. Zeit vom Node-Stopp bis zum beobachteten Schreibblock) und werten sie im Anschluss transparent aus. Ergebnisse veröffentlichen wir, sobald sie belastbar sind.
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